Bei Troste sein
Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffers hat am Silvestertag 1944 in einer Gefängniszelle – mitten in Krieg, Willkür und Gewalt - die Worte gedichtet: „Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Solcher Trost des Glaubens ist immer verdächtigt worden, er verschließe die Augen vor der Realität unserer Welt. Doch der Trost des Glaubens ist kein Beruhigungsmittel, das uns gleichgültig macht; eher ist er wie Koffein, macht munter und schenkt einen wachen Blick. Er lässt uns auch nicht tatenlos im Wartezimmer der Zukunft sitzen, sondern setzt Hoffnungsbilder gegen die Unheilsbilder unserer Welt.
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