Monatsspruch Mai 2012
Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird. 1.Timotheus 4,4
Grünes Licht
Grünes Licht, das bedeutet freie Fahrt. Wer die grüne Welle erwischt, ist gut dran und freut sich darüber. Es wäre, wenn der Verkehr fließt, total daneben und sogar für andere gefährlich bei grün auf die Bremse zu treten. Grüner wird's nicht, so heißt es, wenn einer nicht schnell genug losfährt. Grünes Licht bedeutet, es geht bzw. fährt weiter und das ist so o.k.
Grünes Licht darf auch Paulus den Christen in Bezug auf Ehe und Speisen geben. Wer diesbezüglich rot sieht, übersieht die Quelle, die in der Schöpfung Gottes besteht. Wenn Gott grünes Licht gibt, muss sich niemand dunkelgelb einbilden oder einreden lassen. Das bringt keine Pluspunkte, das ist nur Irreführung. Weil Gott der Schöpfer ist, hat sein Grün volle Gültigkeit. Jesus Christus hat alle Speisen für rein erklärt (Mk. 7,19). Wie gut, dass wir uns darauf verlassen können. Wir dürfen so frei sein und es uns mit gutem Gewissen schmecken lassen. Im Gegensatz zum Straßenverkehr ist das grüne Licht von Gott diesbezüglich aber kein Muss sondern eine Möglichkeit.
Und mit dieser Möglichkeit ist der Dank verbunden. Der Dank ist sozusagen für uns wie das Schaltsignal auf Grün. Der Dank an Gott wird freilich nicht wie ein frommer Mechanismus gehandhabt. Aber er bringt zum Ausdruck, dass Gott der Geber aller guten Gaben ist. Wer ihm dankt, gibt ihm die Ehre und weiß sich in seiner fürsorglichen Abhängigkeit. Es gibt nichts und niemanden der neben oder über ihm steht, d.h. er allein sitzt in der Schaltzentrale. Darum kann Paulus auch so ganz frei von diesem grünen Licht schreiben. Sind und bleiben wir auch dafür dankbar.
Gabriele Klug, Gemeinschaftsreferentin im Bezirk Pockau
Monatsspruch April 2012
Jesus Christus spricht: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Markus 16,15
Herausgefordert
So grenzenlos wie Gottes Liebe ist der Aktionsradius, den der Auftrag des auferstandenen Herrn beschreibt: An jedem Ort sollen fern von Gott lebende Menschen von seinen Jüngern aufgesucht werden. Ausnahmslos jeder soll die frohe Botschaft hören. Damit diese zu den Menschen kommt, sendet Jesus seine Nachfolger in die Welt. Durch sie setzt sich fort, was mit Jesus begann: Gott kommt zur Welt, als Mensch zu den Menschen. Er spricht sie an durch sein Wort von der Gottesherrschaft und lädt sie ein zu neuem Leben.
Das ist Gottes Mission für uns als Gemeinde: Dass wir uns mitnehmen lassen von der Liebe Gottes, die sich stets auf die Welt zubewegt. Und diese Liebe in der Begegnung von Mensch zu Mensch und im Weitersagen seines Wortes bezeugen. Nicht jeder muss dazu erst in ferne Länder reisen. Unser „Missionsgebiet" beginnt gleich vor der Haus- oder Kirchentür, manchmal sogar innerhalb der eigenen Familie. Nicht selten ist das unscheinbar Naheliegende ein erster Schritt in die richtige Richtung: Ein Besuch beim unliebsamen Nachbarn, eine zur Versöhnung ausgestreckte Hand, ein seit langem notwendiges klärendes Wort. Wichtig ist, dass wir uns in Bewegung setzen anstatt abwartend für uns zu bleiben. Dass wir uns aufmachen und unsern Mund aufmachen.
Dieser große und herausfordernde Missionsauftrag unseres Herrn ergeht an Jünger, die Jesus kurz zuvor noch wegen ihres Unglaubens und ihrer Hartherzigkeit getadelt hatte. Gott braucht keine Glaubenshelden, die vor Sendungsbewusstsein nur so strotzen. Seine Mission geschieht in jener Kraft, die in den Schwachen mächtig ist. Mit Menschen, die sich ihm zur Verfügung stellen und sagen: „Hier bin ich, sende mich".
Horst Kleiszmantatis, Prediger in Zschopau und Freiberg
Monatsspruch März 2012
Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.r Gottes. Markus 10,45
König und Diener
König und Diener ist ein beliebtes Rollenspiel unserer Kinder. Einer oder eine schlüpft in die Rolle eines gekrönten Hauptes, die anderen müssen dienen. Aber bevor das Spiel überhaupt beginnt, gibt es meist schon den ersten Streit, denn jeder will gerne König sein. Dienstposten sind nicht begehrt.
Auch bei den Erwachsenen ist das oft nicht viel anders, ja selbst Jesu engste Vertraute versuchen für sich einflussreiche Positionen zu sichern, nach dem Motto: „Bedienen lassen ist immer besser als dienen." Jesus ruft seine Jünger zusammen und macht ihnen deutlich, dass im Reich Gottes andere Maßstäbe gelten und er lebt es ihnen selbst vor. Er als Sohn Gottes und Weltenschöpfer wird Mensch, um anderen Menschen zu dienen. Er heilt Kranke, er ermutigt Trauernde, er besucht Diskriminierte, er macht Gebundene frei, er verkündigt den Menschen die frohe Botschaft von der Liebe seines Vaters und ruft zur Nachfolge auf. Schließlich lässt er sich foltern und kreuzigen und bezahlt mit seinem Leben für die Schuld aller Menschen. Das ist sein größter Liebesdienst gegenüber uns Menschen. Gerade in der begonnenen Passionszeit wird uns das besonders in den Blick gerückt.
Was bewirkt das bei mir?
Zuerst eine große Dankbarkeit, dass dieser große Weltenherrscher mir persönlich dient. Sein Liebesdienst gibt mir Hoffnung im Leben und Sterben trotz eigenem Versagen. Danach macht mir seine Hingabe auch Mut, selbst anderen zu dienen. Und wenn im Spiel des täglichen Lebens wieder einmal die Rollen verteilt werden, will ich gerne fragen, welchen Dienst Gott mir vor die Füße legt.
Andy Hammig, Prediger im Gemeinschaftsbezirk Dresden
Monatsspruch Februar 2012
Alles ist erlaubt - aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt - aber nicht alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen. 1. Kor 10,23-24
Sehnsuchtswort "Freiheit"!
Unsere Welt ist voller Sehnsucht nach Freiheit. Seit Urzeiten ist der Mensch auf der Suche nach grenzenloser Freiheit. Freiheit umschreibt für die verschiedenen Jahrhunderte, Kontinente und Generationen ein Phänomen der Faszination. Die Sehnsucht nach Freiheit ist für viele in Geschichte und Gegenwart ein starkes Moment des Antriebs. - So suchte Spartakus mit seinen Sklavenheeren die Freiheit aus der Sklaverei zu erringen; im Namen der Freiheit regneten im Lichthof der Münchener Universität Flugblätter der Geschwister Scholl herab und Martin Luther King begeisterte 1000 von Schwarzen mit seinem Traum von der Freiheit und kurz vor der politischen Wende in Deutschland versammelten sich Woche um Woche in Leipzig Tausende zum Montagsgebet im Namen der Freiheit. Ungezählt sind die biblischen Beispiele, in denen der Traum oder die Wirklichkeit neu erlebter Freiheit sich widerspiegeln. – Ist nicht auch der sog. verlorene Sohn beseelt von dem Gedanken frei von seines Vaters Hand zu sein, indem er ihn verlässt? Schließlich ist die Geschichte des Volkes Israel nicht zu denken ohne seine Befreiung aus den Fängen des Pharaos. Und heute schätzen viele selbst das Internet mit seinen zahllosen Möglichkeiten als einen neuen Freiheitsgrad der Kommunikation. Die Straße der Freiheit kennt kein Stoppschild. Der Traum von der Freiheit ist uralt und wird sich auch in alle Zukunft seinen Weg bahnen.
Die gewichtige Behauptung von Paulus „alles ist erlaubt“ atmet einen schier grenzenlosen Geist der Freiheit. Gemeint ist zweifelsohne die Freiheit, zu der uns Christus befreit (Gal 5, 1). Sie entspricht eher einer geistlichen und damit einer inneren Freiheit, die in unserem Tun und Lassen wirksam sein will. Aus dieser Freiheit erwuchs Luthers Mut in Worms - gespeist aus dem Zeugnis der Heiligen Schrift und untermauert durch Gründe der Vernunft - bei seiner Ansicht zu bleiben. Und der Rücktritt Bodelschwinghs d.J. als Reichsbischof entstammt demselben Geist der Freiheit. „Alles ist erlaubt“ klingt im Spruch dieses Monats als ob jeder tun und lassen solle, was ihm gefiele. Unschwer gehört in diesen Zusammenhang die Frage, was aus einer Gesellschaft des Volkes oder Gemeinschaft von Menschen würde, in der jeder unter dieser Maßgabe lebte? Wäre das nicht Egoismus pur? „Alles ist erlaubt“ verlangt nach einer Begrenzung, die nicht einschränkt, sondern dem einzelnen wie dem Mitmenschen dient. Im Namen der christlichen Freiheit kann nicht erlaubt sein, was Gottes Wort an anderer Stelle verbietet. Damit ist eine generelle Grenze gesetzt, die Paulus dreifach beschreibt: Nützt dir oder anderen, was getan oder gelassen werden kann? Uns wird nahe gelegt, darüber zu reflektieren, ob unser Hobby, unsere Gemeindearbeit oder unser kommunaler Einsatz irgendetwas Vorteilhaftes, Zweckdienliches, Hilfreiches oder Vorteilhaftes bewirkt. Ein weiterer Horizont des Beurteilens erschließt sich in der Frage: Baut auf, was uns möglich wäre? Nicht alles, was wir tun können, ermöglicht uns, gestärkt zu werden oder voranzukommen. - Und last not least: Mit dem Hinweis „niemand suche das Seine, sondern das, was dem anderen dient“ ergibt sich ein weiterer Leitstern des Beurteilens. Uns wird die Frage zugespielt, wen wir zuerst im Blick haben: uns selbst oder unsere Mitmenschen.- Fördert zum Beispiel unser Reden oder Schweigen, eines anderen Leben oder gar seinen Glauben?
Wer sich diesen verschiedenen Betrachtungsweisen zuwendet, nimmt wahr: Die eigene christliche Freiheit darf nicht zum „Deckmantel für das Böse“ (1.Pet 2,16) werden. Die persönliche christliche Freiheit kann durchaus ihren Freiraum zugunsten eines anderen (zum Teil) ungenutzt lassen und das Antlitz des Verzichts und der Liebe tragen, die ebenfalls nicht um jeden Preis das ihre suchen muss (1. Kor 13,4). Das geistliche Vorrecht christlicher Freiheit müht sich, ihre Verantwortung vor Gott zu tragen, indem es die Verantwortung für den Mitmenschen nicht außer Acht lässt. Erst aus diesem Doppelhorizont erwächst eine Win-Win-Situation, die keinen zurücklässt und beiden dient - dem anderen wie mir selbst. Freiheit schließt nun nicht mehr allein den Horizont ein, dass wir tun, was wir wollen, sondern wollen, was Gott durch uns wirken will.
Matthias Dreßler, Landesinspektor des Sächsischen Gemeinschaftsverbandes
Monatsspruch Januar 2012
"Weise mir, HERR, deinen Weg; ich will ihn gehen in Treue zu dir." Psalm 56,11
Ein nachahmenswerter Vorsatz
Ein neues Jahr, ein neuer Monat liegt vor uns. Wir befinden uns wie an einer Wegkreuzung. Welchen Weg werden wir einschlagen? Welcher wird der beste Weg für uns sein? Welcher Weg führt zum Ziel? Mancher Weg sieht vielleicht gut aus, aber wie geht es nach der nächsten Kurve weiter und wohin führt er? Gehen wir den Weg der Tradition, des Egoismus, der Unauffälligkeit und Bequemlichkeit, der Wellnessangebote oder der vielen Menschen oder ...? Manchmal stürzen wir einfach los, ohne uns zu orientieren. Und manchmal stehen wir einfach nur unentschlossen da.
Warum sollten wir eigentlich nicht auch Gott bitten - so wie David: „Weise mir, HERR, deinen Weg"? Dieser ist in jedem Fall der richtige Weg, auch wenn er auf den ersten Blick möglicherweise nicht der verlockendste ist. Aber Gott kennt sich bestens aus. Mit ihm befindet sich keiner auf dem „Holzweg". Darum lohnt es sich, ihm zu vertrauen. Und dabei wird es persönlich: „ich will ihn gehen in Treue zu dir". Vieles im Leben ist abhängig vom dem, was ich will. Dafür nehme ich mir Zeit; dafür setze ich Kraft und Geld ein; dafür bin ich bereit, ein Opfer zu bringen; dafür nehme ich auch mal Schwierigkeiten in Kauf; da bleibe ich dran.
Ich will – das ist entscheidend wie so oft auch bei meinen Vorsätzen. Das sitzt tiefer als ein guter und vernünftiger Gedanke. Gottes Weg will ich gehen. Er heißt Jesus Christus, der zugleich auch der versierte Wegbegleiter ist. David will an Gottes Weg dran bleiben. Ein nachahmenswerter Vorsatz, der mit Gottes Hilfe auch für Sie und mich realisierbar ist.
Gabriele Klug, Gemeinschaftsreferentin im Bezirk Pockau
Monatsspruch Dezember 2011
Gott spricht: Nur für eine kleine Weile habe ich dich verlassen, doch mit großem Erbarmen hole ich dich heim. Jesaja 54,7
Das Übergewicht der Zukunft
 Ich denke jetzt nicht an die Pfunde, die ich zukünftig auf die Wage bringe. Ich rede von der Zukunft, die Gott hier zusagt. Großes Erbarmen kündigt er an. Heimholen will er seine Leute, die jetzt unter seinem Gericht zu leiden haben. Das sind gewaltige Aussichten! Diese heilvolle Zukunft überwiegt bei weitem die leidvolle Gegenwart. Im Lichte dieser herrlichen Zukunft schrumpft die gegenwärtige Notzeit auf eine kleine Weile zusammen. Das weckt enorme Vorfreude, die Kraft gibt für die gegenwärtigen Schritte.Die Adventszeit will uns Gottes Zukunft ins Herz rücken. Gegenüber dem Gewicht dessen, was Gott an Heil und Heimat in Zukunft noch mit seinen Kindern vorhat, verliert die Gegenwart an Gewicht. Die momentanen Schwierigkeiten sind damit nicht verschwunden, aber dieser Blick auf Gottes Vorhaben schafft Erleichterung und macht beschwingt. Das ist gesunde Adventsstimmung. Das hat Gott mit uns vor: großes Erbarmen und heimholen. Da wird es wohltuend und viel mehr als sehr schön.Vom Komiker Karl Valentin wird erzählt: Er bummelt durch die Innenstadt von München, geht auf die Passanten zu und fragt sie: „Können Sie mir sagen, wo ich hin will?"Advent fragt uns: Ist dir klar, wo Gott hin will mit Dir? Von der Antwort hängt die gesunde Gewichtung unseres Lebens ab. Also freuen wir uns an dem Übergewicht der Zukunft!„Kommt und lasst uns Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren; singet fröhlich, lasst euch hören, wertes Volk der Christenheit.Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen, wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin." (Paul Gerhardt) Eberhard Trosse, Prediger in Stollberg
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