Der Weg in den hauptamtlichen Dienst - verschiedene Berufe mit Perspektive
Gott will, dass alle Menschen gerettet werden. Deshalb muss christlicher Glaube in jeder Generation neu entdeckt werden. - Hauptamtliche unterstützen diesen Prozess entscheidend. Sie helfen, dass andere zum Glauben finden können und sie geben Orientierung, dass geistliches Wachstum geschieht, ehrenamtliche Mitarbeit als Chance erkannt wird und Gemeinde sich entwickelt. Hauptamtliche ermutigen zu lebendiger Gemeinschaftspflege und fördern praktisches Christsein.
1. Was hauptamtliche Mitarbeiter auszeichnet
Der Beruf eines hauptamtlichen Mitarbeiters gehört zu den interessantesten und fassettenreichsten, die es gibt: Umgang mit sehr verschiedenen Menschen, das gemeinsame Gespräch über den Glauben, Zeit haben, sich umfangreicher als andere dem biblischen Wort zu widmen und Schwerpunkte in Verkündigung und Dienstgestaltung frei und selbstständig zu setzen, sind nur einige Vorzüge des hauptamtlichen Dienstes.
2. Warum wir hauptamtliche Mitarbeiter suchen
Der Bedarf an Hauptamtlichen ist weltweit, in Deutschland und auch bei uns enorm. Da wir als Sächsischer Gemeinschaftsverband zu den größten Landesverbänden in Deutschland gehören, werden in jedem Jahr neue Ehren- und Hauptamtliche benötigt.
Will jemand bei uns als Referentin für EC- oder Gemeinschaftsarbeit oder als Prediger angestellt werden, geht dem heute meistens eine 3-5jährige Ausbildung an einer Fach- oder Hochschule voraus. Weil wir uns als freies Werk innerhalb der Landeskirche verstehen, erwarten wir von jedem Hauptamtlichen die Mitgliedschaft in einer evangelischen Kirche.
Die konkrete Anstellung in unserem Landesverband richtet sich
· nach dem Begabungsprofil unserer Bewerber,
· nach den jeweils vorhandenen Einsatzmöglichkeiten und auch
· nach dem speziellen Ausbildungsprofil.
3. Welche Voraussetzungen sind für den hauptamtlichen Mitarbeiter unabdingbar?
Im Wesentlichen wird jeder, der sich mit der Frage nach dem hauptamtlichen Dienst beschäftigt, die folgenden Fragehorizonte für sich und auch mit anderen gemeinsam überdenken. Oft wird in diesem Zusammenhang von den sogn. vier „B"s gesprochen:
Bin ich bekehrt? Eigentlich ist es selbstverständlich: Wer andere zum Glauben rufen und im Glauben begleiten will, muss wissen, wovon er spricht und worum es geht: Er muss „wiedergeboren" oder „bekehrt" sein, um nicht wie der Blinde von der Farbe zu reden. - Darunter ist zu verstehen, dass einer Christ geworden ist und durch Gottes Geist bezeugen kann, dass er ein „Kind Gottes" ist. Grundlage ist Gottes Heil, das uns mit Jesus Christus angeboten wird. Wie einer zum Glauben findet, plötzlich oder nach und nach, ist nicht entscheidend. Wichtig ist, dass dieser Wechsel geschieht und gelebt wird.
Bin ich bewährt? Ist diese Frage überhaupt erlaubt? Kommt die Bewährung nicht viel später – also nach der abgeschlossenen Ausbildung? Schon möglich. Aber es gibt einen besseren Weg. Wer eine Zeit lang in der ehrenamtlichen Verkündigung gestanden hat, weiß viel besser, worauf er sich einlässt. Um dies zu testen, bieten wir sogar eine geringfügig bezahlte Anstellung ohne Ausbildung für ein Jahr an. Hier kann sich jeder ausprobieren und durchspielen, wie's läuft. Zugleich können andere ihm Feedback geben, wie sie seine Mitarbeit empfunden haben und bewerten. Zuverlässigkeit, Ausdauer und ein gutes Maß an Belastbarkeit braucht jeder künftige Hauptamtliche.
Bin ich begabt? Keine Frage, jeder ist begabt. Völlig talentfrei hat Gott keinen von uns erschaffen. Jeder hat etwas und kann etwas. Ob der hauptamtliche Dienst als eine gute Perspektive infrage kommt, ist am besten zu erkennen, wenn einer zunächst ehrenamtlich startet. Manche speziellen Begabungen werden sofort erkennbar sein; andere müssen erst noch ordentlich trainiert werden. Nicht jeder hat die Begabung zum Evangelisten; seinen Glauben bezeugen kann dagegen jeder. Wer voll im hauptamtlichen Dienst stehen will, muss mindestens leicht überdurchschnittlich begabt und belastbar sein. Da ein Hauptamtlicher nie allein unterwegs ist, braucht er insbesondere eine gute soziale Kompetenz: Wesentliche Dienstbegabungen sind hierbei Kontakt-, Konsens-, Kompromiss-, Konflikt- und Kritikfähigkeit. Seine missionarische Kompetenz befähigt den hauptamtlichen Mitarbeiter, evangelistisch tätig zu sein und seine theologische Kompetenz erwirbt er gewöhnlich auf einem theologischen Seminar oder einer Hochschule.
Bin ich berufen? So wie ein Ministerpräsident sich sein Kabinett zusammenstellt, sorgt Gott dafür, dass er in seiner Gemeinde von einer „fachkundigen" Mannschaft vertreten wird. Gewöhnlich dockt er auf zweifache Weise bei jenem künftigen Hauptamtlichen an: Einmal lässt Gott ihm „innerlich" klar werden, dass sein Weg in den hauptamtlichen Dienst führen soll. Zum anderen bestätigen ihm andere Mitarbeiter von „außen", dass sie sich ihn gut als Leiter in der Gemeinde vorstellen könnten. - Mit der Berufung zum hauptamtlichen Dienst verfolgt Gott ein klares Ziel: Er nimmt einen Menschen aus seinem bisherigen Beruf heraus und stellt ihn in einen neuen Horizont hinein. Gewöhnlich gibt er ihm dazu eine gute Portion Gewissheit, diesen Weg einzuschlagen.
4. Wie bewirbt sich ein hauptamtlicher Mitarbeiter?
Schriftliche Bewerbungen für den hauptamtlichen Dienst richten sich an den Landesverband Landeskirchlicher Gemeinschaften Sachsen e.V. z. Hd. von Landesinspektor Matthias Dreßler. Sie enthalten einen Lebenslauf, der auch die persönliche geistliche Entwicklung umfasst, alle Schul- und Studienzeugnisse sowie eine kurze Beschreibung der eigenen Motivation für den hauptamtlichen Dienst. Danach folgt ein erstes Vorstellungsgespräch, in dem die dienstlichen Möglichkeiten erläutert und erste Fragen geklärt werden. Über die Anstellung entscheidet ein zweites Gespräch, das im Vorstand des SGV geführt wird.
5. Was bringt hauptamtliche Mitarbeit?
Durch den vollzeitlichen Dienst lassen sich Ziele erreichen, die zu erlangen sonst kaum denkbar wären. Jeder Mitarbeiter im hauptamtlichen Dienst steht unter der besonderen Verheißung aus 1 Kor 15,58b „wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn". Gott selbst handelt an, mit und durch seine Mitarbeiter, um seine Gemeinde wachsen zu lassen.
Matthias Dreßler, Landesinspektor
